Bahnhof Ebschied
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                           Bahnhof Ebschied in km 20,9
Als am 01.10.1906 die Strecke von Kastellaun nach Pfalzfeld eröffnet wurde, feierten auch die Einwohner von Ebschied ihren Bahnhof. Genauso weit wie die Ebschieder hatten es die Laubacher Bürger zur neuen Bahnstation die diesen Tag wohl genauso feierten. Ca 2 km waren von beiden Orten aus zu überbrücken. In den ersten Jahren verfügte die Station nur über ein Ladegleis von 200 Meter Länge. In den nächsten Jahren wurde das Ladegleis durch ein Stumpfgleis in Richtung Kastellaun verlängert. Ebenfalls in den ersten Betriebsjahren dürfte der Einbau des Überholgleises 3 erfolgen. Heute erinnern nur die Ortsschilder "Ebschied Bahnhof" an die ehem. Station am Waldrand.

 

Bahnhof Ebschied 1976
1983
und Heute.
1908 siehe ganz unten!

Links und Unten:

Richtungsbahnsteig nach Boppartd
 


Das Empfangsgebäude (Typ Kleiner Bahnhof) des Bahnhof Ebschied´s entspricht dem selben Baumuster wie Alterkülz, Bell, Lingerhahn, Emmelshausen und Buchholz. Vorhanden war auch das dazugehörige Nebengebäude. Am Bahnübergang entstand noch ein Beamtenwohnhaus, das Heute noch dort zu finden ist inkl. eines tollen Stalles.  Der Stellwerksanbau gibt noch Rätsel auf. So wurde ein ähnlicher  Anbau dem Bahnhof Buchholz 1910 angefügt. Nachweisbar ist auch ein ähnlicher Anbau für Argental um 1920. Wieso Ebschied diesen Stellwerksanbau 1925 erhielt, ist Heute nicht mehr nachvollziehbar. Das Ganze verwundert, weil Stationen wie Alterkülz, Pfalzfeld und Emmelshausen nur über kleine Bretter/Wellblechverschläge verfügten, die das Stellwerk vor Witterungen schützen sollten. Die Signaltechnik dürfte auch in den Jahren um 1925 Einzug gehalten haben. Damit verbunden war die Erweitung durch das Überhol.-Kreuzungsgleis 3.  Die Signaltechnik bestand bis ca 1940 aus Schubstangen für die Einfahrweichen und aus Seilzügen für die Einfahrsignale. 1940 erneuerte die Deutsche  Reichsbahn die Signaltechnik. In einem Film von 1940 sind neue Verschlusskästen an den Weichen zu erkennen. Weitere Erweiterungen in der Zeit des Dritten Reiches fanden nicht statt.
Anfang der 1950er war die Deutsche Bundesbahn gezwungen Personal einzusparen. Nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen, sondern es fehlte einfach an Eisenbahnern. Viele waren im Krieg gefallen oder noch in Gefangenschaft. So richtete die Bahn Anfang der 1950er wieder den Zugleitbetrieb* zwischen Emmelshausen und Simmern ein. Dabei wurden die Bahnhöfe Lingerhahn und Bell zu Haltestellen rückgebaut und die Bahnhöfe Pfalzfeld, Alterkülz und Ebschied mit den neuen Rückfallweichen ausgerüstet. Dabei nahm dann Ebschied eine Sonderstellung ein. Hier wurde eine Versuchsanlage mit EDr1technik eingebaut. (siehe Rechts). Der Gleisplan wurde geändert in der Form, dass die beiden Einfahrweichen immer bei Einfahrt in Plusstellung lagen. Schon 16 Monate später wurde diese Anlage jedoch wieder ausgebaut. Eine ähnliche Anlage gab es bis Ende der 1990er Jahre in Münster (bDieburg).
Die einzige Fahrkarte von Ebschied die vorhanden ist, besitzt das Datum 15.11.1952. Kurze Zeit später wurde der Bahnhof geschlossen. Fahrkarten gab es dann nur noch im Zug. Gebäck und Stückgut mussten nach Kastellaun gebracht werden. Dienstraum und Warteraum waren einige Jahre an die Raiffeisenkasse vermietet und dienten als Lager. In den 1960ern wurde das Empfangsgebäude an Privat verkauft. Die Veränderungen am Gebäude sind minimal und so blieb sogar der Schalter im Bahnhof erhalten. (Bitte die Eigentümer nicht mit Besuchen belästigen! Inzwischen hat der Bahnhof wieder den Besitzer gewechselt und der Warteraum ist heute das Wohnzimmer) 

 
   
Tag der Stilllgeung
Personenverkehr
28. Mai 1983

Aus dem Lageplan des Bahnhofes geht für das Jahr 1957 eine weitere Veränderung hervor. Für den Zeitraum bis zum 03.11.1961 wurden alle Zugfahrten durch Gleis 3 durchgeführt. In welcher Form die Zugfahrten in den Jahren von 1954 bis 1957 durchgeführt wurden, ist nicht erkennbar.  Im November 1961 erfolgte dann der völlige Umbau zur Haltestelle und das Entfernen von Gleis 3 und dem Stumpfgleis am Ladegleis. Noch HEUTE findet man den Bahnsteig von Gleis 3. Zeitgleich mit dem Rückbau wurde die Blinklichtanlage eingebaut (16.12.1960) und der Richtungsbahnsteig Boppard eingeweiht.  Eine erhebliche Steigerung des Güterverkehrs brachte der NEU angelegte Anschluss Straba ebenfalls im Jahre 1961.
 Im Jahre 1978 erfolgte noch der Rückbau der Weiche 5.  1985 wurde wie auf allen Stationen im Hunsrück Holz verladen. Ein letztes Mal richtig Betrieb in Ebschied. 1988 wurde der Gütertarifpunkt aufgelassen und das Ladegleis inkl Anschluss Straba zurückgebaut. Übrig blieb ein 30Meter langes Stumpfgleis. 

Heute ist das Bahngelände stark zugewachsen und wird von der Kreisverwaltung/Gemeindeverwaltung nur im Bereich des Fahrradweges freigehalten.
Das Empfangsgebäude zeigt sich in einem sehr schönen Zustand. Besonders die Fenster im Erdgeschoss sind es wert beachtet zu werden. Leider ist der Bahnhof von der Gleisseite stark zugewachsen.

 
Güterverkehr
in Ebschied
               
   EDr1-Technik in Ebschied
                     (Signal u. Draht Feb. 1954)
                   EDrTechnik = Einfahre Drucktasten Technik 
 Im Herbst 1952 wurde in Ebschied eine neue Technik in Betrieb genommen. Die Anlage war vorgesehen für Nebenbahnen mit sehr geringem Verkehr. Sämtliche Weichen des Bahnhofs waren ortsbedienbar und soweit nötig, schlüsselabhängig; Hauptsignale gab es nicht. Die Eingangsweichen 1 und 4 waren als Rückfallweichen ausgebildet. Bei der Ausfahrt wird die Eingangsweiche der Gegenrichtung aufgeschnitten, die nach dem Befahren selbsttätig in ihre Grundstellung zurückfällt. Eine Bedienung durch örtliches Personal war nicht nötig, denn die Züge fahren immer in das selbe Richtungsgleis ein. Eine Überholung war mit diesen Anlagen aber nur mit erheblichen Aufwand möglich. Die Einfahrten waren mit Gleissperrsignalen (Lichtsignale) gesichert. Die Signalbilder wurden der Technik angepasst.
Betriebsablauf: Die Lichtsignale sind in Grundstellung dunkel (Der Grund war wirklich "Strom sparen"). Bei Annäherung eines Zuges und Grundstellung der Rückfallweiche erscheint ein weißes Licht ( die Anlage überprüft vor dem Geben des weißen Lichtes die Signalstellung der Gegenseite und die Ordnungsstellung der Eingangsweiche), während des Auffahrens und solange der Weichenschlüssel entnommen ist, also in der Rangierstellung, ein rotes Licht.
Die Zugkreuzung selber wurde per Fahrplan (Regelkreuzung) bzw Befehl (Sonderzug) angeordnet. Nach verlassen der Züge ging die Anlage wieder in Grundstellung. Außer der Ankunftsmeldung bzw der Fahranfrage (per Fernsprecher beim Zugleiter) waren keine Bedienhandlungen erforderlich.
Schon als der Bericht im Feb 1954 veröffentlicht wurde, war die Bauanweisung für die Anlage in Ebschied zurückzubauen schon fertig. Die Anlage wurde am 30.03.1954  nach nicht mal 2 Jahren wieder ausgebaut.
                   
Fahrkarte 1952

Lageplan  1908
     
                                                                   
                        

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Letzte Änderung: Sonntag, 05 Januar 2014

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